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Panasonic Lumix DMC-G5 – Systemkamera

Der Nachfolger der Panasonic Lumix DMC-G5 ist da: Die DMC-G6.
Hier geht's zum großen Test und der Frage: Was ist besser?
Eine Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera? 

Eine Idee – vier Modelle. Mit seinen Systemkameras will Panasonic allen Ansprüchen gerecht werden. Das fängt an mit der kompakten und leichten Lumix DMC-GF5. Es folgt die Lumix DMC-GX1, die etwas größer ist und ein bisschen mehr Ausstattung zu bieten hat. Darf's noch etwas mehr sein, zum Beispiel ein elektronischer Sucher? Dann kommt die Lumix DMC-G5 ins Spiel. Und wem das noch nicht reicht, wer eine Kamera will, mit der sich auch Videos in atemberaubender Qualität drehen lassen, der greift zum Top-Modell Lumix DMC-GH3. Das hat allerdings auch seinen Preis: rund 1200 Euro ruft Panasonic nur für's Gehäuse auf. Bei anderen Herstellern gibt's dafür schon eine veritable Spiegelreflexkamera. Ein wahres Preis-Leistungs-Schnäppchen ist da die G5, die es schon für rund 650 Euro ohne Objektiv und gerade mal 100 Euro mehr mit dem einfachen Kit-Objektiv gibt. Und genau die will ich mir heute mal näher anschauen. Immerhin erblickte die G5 erst zur diesjährigen Photokina das Licht der Welt und ist noch grün hinter den Ohren. Im Test habe ich die Kombination aus der DMC-G5 und dem ebenfalls recht neuen Powerzoom-Objektiv 14 - 42 mm f 3.5 - 5.6 in der Kombo für 899 Euro. Powerzoom? Die Brennweite 14 - 42 mm hört sich nicht gerade nach großem Zoomfaktor an, von Power also keine Spur – oder? Die Erklärung: "Power" bezieht sich weder auf die Brennweite noch die Ausgangsblenden. Unter Power versteht Panasonic, dass sich der Zoom dieses kompakten Objektivs elektrisch verstellen lässt. Dazu hat die Panasonic DMC-G5 kurz hinter dem Auslöser einen kleinen Zoomhebel. 

Und damit man das Objektiv auch an älteren Modellen nutzen kann, die diesen Hebel nicht haben, ist seitlich am Objektiv ebenfalls ein kleiner Zoomhebel. Einige werden jetzt fragen: Wozu soll das gut sein? Für den normalen Fotografen macht das Ding nicht so den großen Unterschied. Wer aber auch gerne mal ein Filmchen drehen will, der wird sich mit dem Powerzoom schnell anfreunden. Immerhin kann man mit dem Objektiv auch mal eine ruhige Zoomfahrt machen, ohne sich die Finger beim Zoomen halb zu brechen. Selbst auf einem Stativ habe ich mit konventionellen Drehzooms nie vernünftige und ruhige Zoomfahrten hinbekommen. Zum einen kam das vom Drehen am Zoomring und zum anderen von der niemals gleichen und konstanten Zoomgeschwindigkeit. Selbst mit viel Geduld und Spucke bleiben die Nachteile des manuellen zoomens. Mit dem Powerzoom ist damit Schluss. Was die G5 sonst noch zu bieten hat: Weiterlesen.

Selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt bei einigen unbeliebt mache: Die Systemkameras von Panasonic zählen nicht zu den Stilikonen. Das Design der Kameras ist nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht hervorragend oder überraschend. Ich finde, am besten trifft es das Wort zweckmäßig. Aber genau das hat eben so einen leichten Unterton von "nett" – und wer nett ist, wissen wir ja alle. Auch die neue G5 schlägt in die gleiche Kerbe – also: Augen zu und durch. Schon beim ersten Anfassen bestätigt sich das eben Gesagte: zweckmäßig. Die DMC-G5 liegt tatsächlich sehr gut in der Hand. Die Griffleiste an der Vorderseite ist gut ausgearbeitet, hat die richtige Form und Tiefe, um meiner großen Hand ein sicheres Griffgefühl zu vermitteln. Die Daumenmulde an der Kamerarückseite ist ebenfalls gut geformt und vermittelt ein gutes Gefühl. Na also, werden jetzt einige sagen – geht doch. Klar geht auch, aber was fehlt ist dieser Wow-Effekt. Eine Wohlfühl-Oberfläche, die der Hand schmeichelt. Es bleibt eben beim zweckmäßig – was ja nicht schlimm ist, aber eben irgendwie langweilig. So, ich will euch damit nicht länger nerven und zum Wesentlichen kommen.

Eingeschaltet wird die DMC-G5 wie gehabt per kleinem Schalter an der Kameraoberseite. Ruck-zuck ist die Panasonic startbereit. Am besten sieht man das, wenn der dreh- und schwenkbare Kontrollmonitor ausgefahren ist oder zumindest umgeklappt ist. Ansonsten leuchtet der elektronische Sucher still und heimlich vor sich hin. Der löst mit 1,4 Millionen Bildpunkten auf und liefert ein brillantes Bild. Bei Schwenks bewegt sich das Motiv geschmeidig über den Mini-Bildschirm, von ruckeln keine Spur. Und selbst wenn ich jetzt zu nachtschlafender Zeit durch den Sucher in mein dunkles Büro schaue, sieht das Bild noch passabel aus. Klar ein deutlich sichtbares Rauschen will ich ja gar nicht leugnen, aber dafür, dass es hinter mir wirklich dunkel ist, zeigt der Sucher verdammt viele Details. Mir persönlich ist in Dunkelheit ein rauschender Sucher, durch den ich das Motiv erkennen kann, lieber, als einer, der nicht rauscht, dafür aber stockdunkel bleibt. Eins will ich jetzt aber wissen: Hat die G5 eine elektronische Wasserwaage? Mal schauen, was passiert, wenn ich die DISP-Taste drücke – und siehe da: Die Panasonic hat eine 3D-Wasserwaage, die natürlich sowohl im Sucher als auch im Display eingeblendet wird. Klasse für Brillenträger: Die G5 hat eine Dioptrienkorrektur von +/- 4 Dioptrien.

So jetzt aber raus mit dem Kontrollmonitor – klipp-klapp-dreh. Der hat eine Diagonale von 7,5 Zentimetern bei einem Seitenverhältnis von 3 : 2, eine Auflösung von 920.000 Bildpunkten und ist ein Touchscreen. Mir gefällt die Wiedergabequalität des Bildschirms gut. Das Motiv wird scharf und detailliert wiedergegeben.  Und wenn ich schon mal beim Thema Sucher und Monitor bin, dann erklär ich euch jetzt mal eine brandneue und geniale Funktion der Panasonic. Soweit ich weiß, gibt's die übrigens bislang ausschließlich bei Panasonic. Ich hab's schon ein paar mal gesagt: Ich liebe die Touchfokussierung. Wenn ich ein Motiv mit Vorder- und Hintergrund gestalte, kann ich ganz schnell per Fingerzeig die Schärfe genau dahin legen, wohin ich möchte. Habe ich die Kamera auf dem Stativ, kann ich beispielsweise mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichem Fokuspunkt machen. Wenn ich die dann später nacheinander mit Überblenden auf einem großen TV-Bildschirm zeige, sieht das echt stark aus, wie sich die Schärfe nach und nach verlagert. Da lassen sich tolle Effekte erzielen. So, jetzt kommt aber das Problem, dass die Sonne tief steht und ich auf dem Kontrollmonitor nichts mehr sehe. Also nutze ich den Sucher – genau den, auf den ich eben auch nicht mehr verzichten möchte. Jetzt habe ich aber das Problem den Fokuspunkt dahin zu schubsen, wohin ich ihn gerne hätte. Die meisten Hersteller lösen das, indem ich per Vierwegeschalter die Position wählen kann. Meist ist das ein echtes Gefummel. Und jetzt hat Panasonic die Lösung für das Problem: Kontrollmonitor ausklappen, in eine komfortable Position schwenken, das Auge an den Sucher, Motiv anpeilen und .... mit dem Finger auf dem Kontrollmonitor kann ich den Fokuspunkt jetzt genau dahin legen, wohin ich ihn haben möchte. Ist das genial? 

Und falls Zweifler jetzt sagen: Da muss ich die Kamera aber komisch halten und zwischen Kontrollmonitor und Gesicht ist doch eh kein Platz. Hab ich auch erst gedacht, ist aber nicht so. Mit der rechten Hand halte ich die Kamera entspannt und mit der linken kann ich ganz bequem auf dem ausgeklappten Monitor meinen Daumen bewegen – ohne dass die Gefahr besteht, dass der sich gleich ins linke Auge oder ins Nasenloch verirrt. Bei meinem Ausflug in die Winterlandschaft habe ich die Funktion bei einer Aufnahme einer Ähre (links) ausprobiert. Die wiegte sich ganz leicht im Wind und ich konnte der Bewegung mit dem Fokuspunkt problemlos folgen. Der Fokuspunkt ist dabei klein genug, um selbst die recht kleine Ähre genau zu treffen. Das Ergebnis seht ihr hier. Da das Objektiv "nur" f 4.3 als kleinste Blende in der mittleren Brennweite hat, ist der Hintergrund nicht ganz so unscharf geworden, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber als Beispielaufnahme sollte es reichen. Und falls ihr die G5 kauft und dann völlig verzweifelt davor sitzt und die Funktion auch haben wollt, es aber nicht klappt: Alles eine Frage der Einstellung. Menü-Knopf drücken, Individual-Menü aufrufen und auf Seite 7 den Punkt "Touch-Einst." wählen. Jetzt alle vier Punkte auf ON stellen – fertig. Die Größe des Autofokus-Punktes wird übrigens mit dem kleinen Drehrad neben der Daumenstütze auf der Kamerarückseite verändert. Und wer jetzt noch die komfortable automatische Umschaltung zwischen elektronischem Sucher und Kontrollmonitor haben möchte, der wählt auf Seite 6 des Individual-Menüs den Punkt "Augensensor" und stellt da den Punkt "Sucher/LCD-Auto" auf ON. Die Empfindlichkeit würde ich übrigens auf "LOW" stellen, sonst springt der Sucher schon bei der geringsten Sensor-Annäherung um – das kann ganz schön nervig sein. 

 

Und bevors zu den Testbildern und der Technik geht, könnt ihr euch noch das Video vom Auspacken der G5 anschauen. Da bekommt ihr einen ganz guten Überblick über die Systemkamera.

Panasonic Lumix DMC-G5 – Unboxing